Tiefer Pessimismus bei Selbstständigen und Kleinstunternehmen

Selbstständige und Kleinstunternehmen blicken auf die kommenden Monate so pessimistisch wie noch nie in diesem Jahr. Ihre Geschäftserwartungen sanken mit minus 31,1 Punkten auf den tiefsten Stand in 2024. Entsprechend hat sich ihr Geschäftsklima erneut deutlich verschlechtert und liegt aktuell bei minus 21,4 Punkten.

Lediglich die Einschätzung der Geschäftslage blieb im Vergleich zum Vormonat auf ähnlichem Niveau und stieg minimal auf minus 11,2 Punkte an. Das Geschäftsklima verschlechterte sich auch in der Gesamtwirtschaft deutlich. Katrin Demmelhuber vom ifo Institut sagt: „Die deutsche Wirtschaft gerät immer stärker unter Druck und der Auftragsmangel verschärft sich.”

Noch stärkere Belastung bei Kleinstunternehmen

Für Selbstständige und Kleinstunternehmen ist die Lage jedoch insgesamt noch schwieriger als in der Gesamtwirtschaft. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex weist bei ihnen seit Monaten deutlich niedrigere Werte auf als bei größeren Unternehmen, und auch die Unsicherheit hat weiter zugenommen.

Geschäftserwartungen auf dem Tiefstand des Jahres

Geschäftserwartungen auf dem Tiefstand des Jahres / © jimdo.com

„Wie schon während der Corona-Zeit wird deutlich, dass es die Selbstständigen besonders hart trifft. Leider ist zu befürchten, dass die Zahl der Selbstständigen weiter sinkt und dieses Rückgrat der Wirtschaft noch mehr geschwächt wird”, sagt Matthias Henze, CEO und Mitgründer von Jimdo.

Dienstleistungssektor auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2022

Im Dienstleistungssektor ist der Klimaindikator auf den niedrigsten Stand seit Ende 2022 gefallen, und seit Beginn der Erhebung im August 2021 wurden noch nie so häufig Umsatzrückgänge gemeldet. Auch die Auftragsbestände schrumpfen weiter, besonders stark in der IT-Dienstleistungsbranche.

Verbesserungen auf Branchenebene gab es hingegen in der Reisebranche, Gastronomie sowie im Grundstücks- und Wohnungswesen. Im Einzelhandel verschlechterte sich die Geschäftslage zum vierten Mal in Folge, während die Geschäftserwartungen erneut pessimistischer ausfielen und die Umsätze vielerorts zurückgingen.

Wie ein Konjunkturprogramm

Andreas Lutz, Vorstand des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD), hofft angesichts der besorgniserregenden Zahlen, dass die Regierung den Weckruf hört und endlich mehr Rechtssicherheit für Selbstständige und ihre Auftraggeber schafft. Er sagt: „Eine wirksame Reform des Statusfeststellungsverfahrens wäre wie ein Konjunkturprogramm, nur ohne die Kosten. Das ist genau das, was unsere Wirtschaft jetzt dringend braucht.“

Quelle / Fotos: jimdo.com

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